Was glaubst Du denn?

Paradies-Gedichte

Köln, 01.11.02 15:20 Uhr

Von Viviane, 17

Ich habe mich für das Thema Gedichte und Paradies entschieden. Manche der Gedichte habe ich selbst geschrieben, andere wiederum habe ich aus dem Netz gesaugt! Hier nun meine kleine Paradies-Gedichtesammlung:

Paradies von Thomas Mende

Da war eine Frage
Wie sieht dein Paradies aus?
Nimm eine Leinwand
Male sie an
In einer einzigen Farbe
Blau
Und schreibe darunter
Mein Paradies
Wieso ist das dein Paradies?
Blau!
Blau ist die Farbe
Der Sehnsucht
Der Träume
Der Unendlichkeit
Der Erfüllung
Alles Bildliche
Alles Materielle
Alles Wollen
Verblaßt
Gegen endloses Blau
Mein Paradies ist kein
Fester Zustand
Es ist
Immerwährendes Träumen

Das Paradies von Katja Rothenbusch

Ich lad euch ein in eine Welt
Die einem jedermann gefällt

Die Blumen von schönsten Blüten beschmückt
Mit frischem Tau des Morgens bestückt
Der süßliche Duft des Blutennektar
Er duftet wie eine Heeresschar
Von Blumen und Gräsern
So zierlich und fein als wären sie gläsern.

Die Luft ist frisch und noch so rein
Die Wolken so weiß wie Elfenbein
Der Wind weht erfrischend in einer Brise
Der Himmel so weit bis zum Paradiese

Das Land ist weit doch unberührt
Doch es hat noch nie jemand irregeführt
Die Berge von reinem Schnee bedeckt
Die Täler von Menschenhand unbefleckt

Ihr alle dürft in diese Welt
So lange ihr sie nicht damit quält
Lässt sie so wie sie jetzt ist
Sonst hat das Paradies eine Frist

Urlaubsparadies von Viviane Kramer

Wie traurig war's bei mir daheim.
Nur Regen und kein Sonnenschein.
Da kam'ne Karte von'nem Freund
der sich auf Mallorka bräunt.
Da dacht ich mir,das kann ich auch
und klopfte meinen weissen Bauch.
Auf'ner Kreuzfahrt Cocktails saufen
und sich unnütz Sachen kaufen.

Hab die Zeitung durchgelesen-
wo ist das nochmal gewesen?-
Bin dann ab ins Reisecenter,
hör die Stimmen: "Mann was rennt der"!
Laufe übern Pflasterstein,
da fällt mir noch was and'res ein:
Die gute alte Strassenbahn
wäre auch hier her gefahr'n!

Der Lauf hat mir die Luft genomm'n,
trotzdem bin ich angekomm'n.
Da kommt der nächste Schicksalsschlag,
den ich kaum noch fassen mag.
Die Preise sind ja allerhand,
so komm ich nie ins ferne Land.
Sag der Frau am Rechenschieber:
"Nicht so teuer wär mir lieber...!"

Last-Minut ist das Zauberwort!
Am nächsten Tag bin ich schon fort.
Das Schiff ist zwar nicht nagelneu,
den Luxus hab ich selbst dabei:
Mundwasser und Klopapier,
was will man mehr als Passagier?
Das "Pulver" das Dich munter macht,
hab ich auch noch mitgebracht.

Schlimmer kommt's,ich habs gewusst
vorbei ist's mit der Urlaubslust:
Am ersten Tag gleich auf dem Boot,
wünscht man sich man wäre tot.
Der Käp'ten stottert, des Ruder fehlt,
der Koch wird unter Deck gequält.
Und der Grund warum ich schwitze
ist, das ich auf´ner Bombe sitze!

Ich hab nur eben uriniert,
da ist die Bombe explodiert.
Es kommt heraus;der Käp'ten spricht:
"Rettungsboote?-Gibt es nicht!"
Der Ausguck ruft noch:"Schiff voraus!"
Es sind Piraten-stellt sich raus.
Sie wühlen in den letzten Resten-
und klau'n auch noch die Rettungswesten.

Mein "Pulver" ham'se auch geklaut
und kurz darauf war's schon verdaut.
Vom Pulver high und stark benebelt,
wird der Käp'ten festgeknebelt.
Den Koch versenken sie im Sack,
dann verzieht sich auch das Pack.
Plötzlich gibts noch mal'nen Knall-
und dann ist Wasser überall!

Jemand kommt auf die Idee:
"Der Käp'ten ist noch in der See"
Man versucht ihn loszubinden,
bevor ihm alle Sinne schwinden.
Scheint als hätt'er's auf der Zunge-
oder Wasser in der Lunge.
Vom Mast befreit gibt er so dann
wieder das Kommando an.

Auf den Trümmern-welch ein Segen-
treibt man einem Hai entgegen.
Dem Hai so eben noch entwischt,
treibt man so tage auf der Gischt.
Bovor die Mannschaft dann verreckt,
wird Amerika entdeckt.
Voll von Sinnen man sich hetzt,
hört man lachend:"Schon besetzt"!

Wir schwimmen dann zum nächsten Strand
und finden dort dann endlich Land.
Von Kannibalen gleich umringt,
die Mannschaft schlapp zu Boden sinkt.
Und so wird man in der Nacht,
zu einem grossen Topf gebracht.
Den Kannibalen geht's famos-
Der Käp'ten fehlt wo ist der bloss...?

Tags wird dann ein Schiff gesichtet
und alle sind dahin geflüchtet.
So ein Ärger! Auf dem Boot
liegt ein Mann und der ist tot.
Neben ihm'ne Lache Blut
in der er nun für ewig ruht.
Eingestochen in den Nabel:
eine tödlich spitze Gabel.

Als er noch zuckt,als er sich windet,
in Rücken man ein Messer findet.
Peitschenspuren seh'n wir dann;
tief eingeschlagen in den Mann.
Der Tote gibt mir ein Papier:
"Fürs Finanzamt noch von mir..."
Steuern zahlt er noch-der Brave
dabei kriegt er nix als Sklave.

Noch so'ne Type kommt vorbei!
Ich glaug der sucht sein Frühstücksei.
Mit dem Löffel schlägt er zu
und er schreit:"Jetzt hab ich du!"
"Dich" versuch ich zu verbessern,
doch er kommt bereits mit Messern.
Ein Messer fliegt an mir vorbei
und trifft'nen ander'n nebenbei.

Dann bin ich zu tiefst erschrocken,
der eine Typ hat auch noch Pocken.
Und nun will auch nur noch fort,
einfach weg von diesem Ort.
Auf einmal wird es angenehm,
ich kann bereits im Wasser steh'n.
Das Wasser ist jetzt nur noch seicht,
wir haben wieder Land erreicht.

Kaum sind die Pocken auskuriert,
da bin ich wieder infiziert.
Erst Skorbut und dann die Pest,
das gab der Mannschaft dann den Rest.
Irgendwann bin ich nach Haus geschwomm'n,
bin auch an Mallorka vorbeigekomm'n,
doch mein Freund-der kann mich ma',
ich bleib zu Hause nächstes Jahr!!!

Wo ist das Paradies geblieben? von Unbekannt

Einst war der Adler
der Herr der Lüfte.
Jetzt haben die Menschen
sich in den Himmel geschwungen
und den Adler vertrieben.

Einst gehörten dem Wal
die Meere der Welt alleine.
Jetzt wird er gejagt und abgeschlachtet;
die, die übrig sind, sterben
an den ölverpesteten Wassern.

Einst war der Tiger
der unumschränkte Herrscher des Dschungels.
Jetzt werden die Wälder gerodet,
der Tiger verjagt, gehasst und
stirbt in den Fallen des Menschen.

Wir haben das Paradies verloren.
Wir haben uns zu den Herren
der Lüfte, der Meere und des Landes gemacht,
dabei vieles zerstört und getötet -
durch uns wird das Paradies zu einem toten Land.

Die Fahrkarte ins Paradies von Friedemann Schäfer

Die Fahrkarte ins Paradies
von Friedemann Schäfer
Die Fahrkarte ins Paradies
ist nicht zu teuer
sie liegt nicht in den Safes der Banken
sie ist kein Geschäft
das wir abwickeln könnten
wie in einem Kontor,
sie steigt nicht mit den Aktien
sie ist nicht zu teuer
es gibt sie nicht an den Schaltern
oder an den Ständen der Souvenirs
sie ist nicht zu teuer

Vielleicht finden wir sie
eines Tages
auf einem abgelegenen Weg
mitten auf einer Lichtung
gefüllt von Mückentanz
und wir heben sie auf
fast wie ein weißes Stück Papier
auf dem nichts weiter steht
und stecken es in unsere Manteltasche
und atmen den Tannenduft
und sind beglückt
und wundern uns
daß wir sind
daß wir sie gefunden haben
die Fahrkarte ins Paradies

Feuer im Paradies von Brigitte Pulley-Grein

In morgendlicher Röte
zeigt sich der neue Tag.
Der Himmel scheint zu brennen,
drum stellt sich bang die Frag':

Wie konnt' es denn geschehen,
daß dort im Paradies,
- wo Milch und Honig fließen -
er Feuer lodern ließ?

Ist gar vielleicht dort drunten
in Satans Höllenreich,
- da die Verderbten leiden -
das wahre Himmelreich?

Und ist der Garten Eden,
nun doch des Teufels Land?
Dann wär' das die Erklärung,
- warum nach Lust und Schand' -

Die Seelen plötzlich "frommen",
wenn sie am Ende stehn,
und in den "Himmel" kommen,
wenn von der Welt sie gehn.

Das Paradies von Unbekannt

Das Paradies zieht uns deshalb an,
weil niemand es betreten kann.

Setzte jemand auch nur seinen Zeh hinein,
würde es sogleich verloren sein.

Im Paradies von Unbekannt

Wartend auf ein Zeichen,
sehnend auf den Tag,
die Angst muss weichen,
für die Hoffnung, die ich trag.

Angekommen am Ziel,
das Tor weit offen,
ein Engel der fiel,
sein Pfeil hat getroffen.

Der Donner verhallt,
dafür ein Lachen klinkt.
Es kommt die Zeit bald,
der Engel zum Abschied winkt.

Wisch mir eine Träne weg.
Ein Kuss ihm nachschick.
Er findet seinen Weg.
Komm wieder Glück.