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Definition des AtheismusMünster, 03.11.2002, 13:20 Aus Münster Da wir in unserer Gruppe gleich 3 "Nichtgläubige" vereinen, wollen wir auch mal unseren Glauben ans Nichtglauben näher erläutern. Die meisten Leute glauben nämlich, Atheisten lebten irgendwo in einem schwarzen Loch bestehend aus Hoffnungslosigkeit und Desillusion. So als hätte es irgendein Schlüsselerlebnis in unserem Leben geben müssen, welches unser Urvertrauen aus den Ankern gerissen hätte oder Ähnliches. Wir können uns darüber nur wundern. Empfindet man denn weniger Freude an einer Sache, lacht man gar nicht ganz so laut, nur weil man sein Leben nicht irgendeiner Gottheit widmet? Viele meinen auch, um die Menschheit wäre es schlecht bestellt, wenn es keine Religionen gäbe. So als würde man sich wieder in ein Tier zurück verwandeln, weil einem durch den Entzug des Glaubens auch sämtliche noblen Charaktereigenschaften wie das Mitgefühl, Barmherzigkeit oder dergleichen entzögen würden. Wir meinen aber (und das stellt gewissermaßen unseren Glauben dar), dass diese Eigenschaften ureigen sind, also in uns stecken und nicht erst durch die Bibel o.ä. Leitwerke anderer Religionen "anerzogen" wurden. Dies zu untermauern, braucht man sich nur in unserer Entstehungsgeschichte hin zur übergeordneten Zivilisation ansehen. Wissenschaftlich belegt ist, dass die Menschen sich sicherlich nicht durch ihre körperlichen Vorzüge so behaupten konnten, im Vergleich zu den anderen Säugetieren seinerzeit waren diese eher als kläglich zu bezeichnen. Auch das berühmte Darwinsche Prinzip der Ellbogengesellschaft brachte uns nicht weiter. Es waren vielmehr eben diese "menschlichen" Attribute, die man gern im Wort "Sozialsystem" zusammenfasst. Es ist erwiesen, dass erst das Zusammenraufen in einer Gruppe, die den körperlichen Gegebenheiten angepasste Arbeitseinteilung (auch wenn das sicherlich für heute nicht mehr gilt, aber damals war es durchaus sinnvoll, dass die Frauen das Heimische und die Kinder regelten, während der körperlich kräftiger Gebaute das Jagen erledigte) als auch das Mittragen Schwächerer in der Gemeinschaft uns unter den rauen Bedingungen voran gebracht haben. Nur durch das entwickeln eines Gruppengefühls war es auch dem kleinen Menschen möglich, gemeinsam ein Mammut zu erlegen und damit das Überleben der Gruppe für den Winter zu sichern. Eingeborene Naturvölker machen es uns heute noch vor. Was wir eben mit dieser Litanei zum Ausdruck bringen wollen, ist, dass wir gewissermaßen auch einem Glauben nachgehen, aber einem, der besser in unser logisches Verständnis passt und uns in Schwierigkeiten, die das Leben so beinhalten mag, nicht in ein "das-hat-alles-so-seine-Bestimmung-Korsett" zwingen lässt. Wir haben nicht das Bedürfnis uns in einer solchen Lage an eine Kirche o.ä. anzulehnen, sondern möchten uns vielmehr auf innere Werte zurückbesinnen. Will heißen: uns persönlich bringt es nichts in schwierigen Lagen in die passive Rolle des Betens zu verfallen, sondern vielmehr: aktiv anpacken, sehen, wo es hakt, was besser werden kann und dann eben das Beste daraus zu machen. Das Leben ist schließlich kurz, und auf ein Nirwana oder ein Paradies "danach" wollen wir uns nicht verlassen. Wenn andere das anders sehen, bringen wir die entsprechende Toleranz auf, und wähnen euch nicht in einer dunklen Wolke. Schließlich gibt es ja auch kein Leitwerk des Atheismus, welches uns verbietet, einen anderen Glauben neben dem Unseren zu akzeptieren. |