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Was machen Juden am Schabbat?

Juden, Christen und Muslime glauben an die Schöpfungsgeschichte, wie sie im Buch Genesis in der Bibel erzählt wird. Demnach hat Gott nach der Erschaffung der Welt und des Menschen am siebten Tag geruht. Juden nennen diesen Wochentag Schabbat (hebräisch: Ruhetag), er ist in besonderer Weise dem Gottesdienst gewidmet. Christen und Muslime haben den Sonntag bzw. den Freitag hierfür gewählt. Ein Tag nach jüdischer Zeitrechnung beginnt mit dem Sonnenuntergang und endet mit dem Einbruch der Dunkelheit. Der Schabbat dauert also von Freitag- bis Samstagabend. Die Tora (hebräisch: Gesetz; fünf Bücher Mose) und der Talmud (hebräisch: Lehre; nachbiblische Gesetze, Überlieferungen und Auslegungen jüdischer Gelehrter) nennen sehr viele Ge- und Verbote für den Schabbat. Auch wenn sich die wenigsten Juden an die sehr strengen Vorgaben der Rabbiner halten, so ist der Schabbat für die meisten doch ein besonderer Tag: Familien und Freunde treffen sich am Freitagabend zum gemeinsamen Essen, und im jüdischen Staat Israel sind am Schabbat die Schulen, Büros und Läden geschlossen, und es fahren auch keine Busse. Die wichtigsten religiösen Regeln des Schabbat sind das Arbeitsverbot, der Synagogenbesuch und das rituelle Essen. Orthodoxe Juden verstehen unter dem Arbeitsverbot nicht nur die Berufstätigkeit, sondern auch das Anzünden von Feuer, Kochen, Autofahren und Fernsehen. Jüdische Firmen haben in den letzten Jahren daher extra für den Schabbat geeignete Erfindungen entwickelt, z. B. Bewegungsmelder und Zeitschaltuhren, die das Betätigen von Schaltern unnötig machen. Zu Schabbatbeginn am Freitagabend (hebräisch: Erew Schabbat) gehen in religiösen Kreisen vor allem die Männer in die Synagoge; die Frauen bleiben zu Hause, um das Abendessen für die Familie und die Gäste vorzubereiten. Das Schabbat-Mahl beginnt, wenn die Frau die Kerzen angezündet hat. Der Mann spricht einen Segen (hebräisch: Kiddusch) über Brot und Wein. Es werden traditionelle Speisen angeboten wie zum Beispiel die Challot, zwei Brote, die an das Manna in der Wüste erinnern. Nach dem Essen segnet der Vater seine Kinder. In manchen Familien werden bestimmte Schabbat-Lieder zur Unterhaltung gesungen. Am Samstagmorgen besuchen Männer, Frauen und Kinder die Synagoge. Zum Höhepunkt des Gottesdienstes wird die Torarolle aus dem Schrein genommen, durch den Raum getragen und zur Lesung auf dem Pult aufgeschlagen. Am Nachmittag bis zum Schabbatausgang studieren vor allem orthodoxe Juden intensiv Tora und Talmud. In liberaleren Familien geht man spazieren oder trifft sich mit Freunden.

(Stand: 1. August 2013)


 
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