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Wie viele Muslime leben in Deutschland?

Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland gehört einer christlichen Kirche an. Katholiken und Protestanten sind dabei mit jeweils 30 Prozent etwa gleich stark vertreten.
Eine ähnliche Größe stellt mit 32 bis 37 Prozent die Gruppe derjenigen dar, die gar keiner Religionsgemeinschaft angehören. Hier finden sich Menschen, die nie Mitglied einer Gemeinde waren ebenso wie Personen, die ihre vorherige Religionsgruppe verlassen haben. Keinesfalls sind jedoch alle Konfessionslosen nichtgläubig. In dieser Gruppe finden sich Anhängerinnen und Anhänger diverser Weltanschauungen wie auch Suchende, Zweifler oder vom Angebot der großen Religionsgemeinschaften Enttäuschte.
Da es im Islam nicht eine mit der Kirche vergleichbare Institution gibt, in die man ein- oder austreten und die Auskunft über ihre Mitgliederzahlen geben kann, ist es schwierig, eine Aussage über die Anzahl der in Deutschland lebenden Muslime zu machen. In den statistischen Erhebungen zu den Religionen in Deutschland werden daher alle, die aus muslimisch geprägten Ländern stammen, als Muslime gezählt, auch wenn sie gar nicht gläubig sind und den Islam nicht praktizieren.
Die Zahl der Muslime wird je nach Statistik als mit bis zu 5 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung angegeben. Damit ist der Islam die größte der religiösen Minderheiten in Deutschland. Die aktuellste und aufwendigste Studie „Muslimisches Leben in Deutschland“ von 2008/2009 besagt, dass zwischen 3,8 und 4,3 Millionen Menschen (4,6 bis 5,2 Prozent) muslimisch seien. Ca. 45 Prozent von ihnen besitzen die deutsche Staatsbürgerschaft, ca. 55 Prozent haben einen ausländischen Pass. Nicht mitgezählt werden die aus andersgläubigen Familien stammenden Deutschen, die zum Islam konvertiert sind. Ihre Zahl ist unbekannt, vermutlich aber nicht besonders groß.
Unter den Muslimen befindet sich die Glaubensrichtung der Sunniten mit etwa 74 Prozent (etwa 2,6 Mio. Personen) in der Mehrheit. Es folgen die Aleviten mit ca. 13 Prozent (ca. 500.000 Personen) und die Schiiten mit etwa 7 Prozent (ca. 300.000 Personen). Daneben gibt es noch viele kleinere Gruppen, von denen die Ahmadiyya mit rund 50.000 Personen die größte ist.
Die in Deutschland lebenden Muslime bzw. deren Familien stammen aus sehr vielen verschiedenen Ländern. Zwei Drittel (2,5 bis 2,7 Mio. Personen) haben ihre Wurzeln in der Türkei. Der Rest stammt vor allem aus den südosteuropäischen Ländern Bosnien-Herzegowina, Bulgarien und Albanien (zwischen 496.000 und 606.000 Personen), dem Nahen Osten (zwischen 292.000 bis 370.000 Personen) oder Nordafrika (zwischen 259.000 und 302.000 Personen) sowie aus Zentralasien/GUS, Iran, Süd-/Südostasien und dem sonstigen Afrika (insgesamt rund 8 Prozent).

(Stand: 21. März 2014)


 
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