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Stimmt es, dass in 20 Jahren fast ganz Deutschland von Muslimen besiedelt ist?

Die religiöse Zusammensetzung der deutschen Bevölkerung in einigen Jahren ist nur sehr schwer vorauszusagen. Zwar lassen sich Schätzungen über die rein zahlenmäßige Entwicklung einzelner Gruppen anstellen, über die tatsächliche Religiosität der Menschen – ob nun muslimisch, christlich, jüdisch oder anderes – sagt dies jedoch nichts aus.
In Deutschland werden im Durchschnitt 1,4 Kinder geboren. Eine statistische Erhebung darüber, wie viele Kinder dabei von muslimischen, christlichen oder jüdischen Müttern stammen, gibt es nicht. Im Jahr 2010 jedoch veröffentlichte die Universität Rostock eine Studie, die belegt, dass sich die Geburtenrate von Migrantinnen der zweiten Generation (unabhängig ihrer Religionszugehörigkeit) der der Frauen ohne Zuwanderungsgeschichte fast angeglichen hat. Dies bestätigt eine Hochrechnung des US-amerikanischen Pew-Forschungszentrums, die davon ausgeht, dass der Anteil der Muslime an der deutschen Bevölkerung im Jahr 2030 bei 7 Prozent liegen wird und damit um ca. 2 Prozent höher als derzeit. Die leichte Steigerung der Zahlen resultiert dabei nicht aus einer höheren Geburtenrate, sondern aus einer zunehmenden Einwanderung von Muslimen nach Deutschland.
Insgesamt werden in Deutschland zu wenige Kinder geboren, um die Gesellschaft wie bisher stabil zu halten. In wenigen Jahrzehnten wird es deutlich mehr alte Menschen als junge geben. Fördert Deutschland die Zuwanderung vor allem von jungen Menschen nicht weiter, bedeutet dies einen Rückgang der Bevölkerungszahlen, da im Verhältnis mehr Leute sterben als geboren werden. Daraus folgt eine große gesellschaftliche Herausforderung beispielsweise im Bereich der Arbeitswelt, des Rentensystems, dem Ausbau von Pflegeheimen oder der Gesundheitsversorgung.

(Stand: 22. Mai 2014)


 
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