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Was ist ein Migrationshintergrund?

Unter Migration versteht man den Umzug einer Person von einem Ort an einen anderen. Die Gründe hierfür können sehr vielfältig sein: Einige ziehen wegen des Studiums, der Arbeit oder der Familie um und erhoffen sich von der neuen Stadt oder dem neuen Land eine bessere Bildung, mehr Geld oder privates Glück. Andere flüchten vor Krieg oder Hunger und suchen sich gar keinen bestimmten Ort aus, sondern nur einen, in dem sie in Sicherheit sind.
In Deutschland gibt es mehrere Definitionen des Begriffs Migrationshintergrund, unter anderem eine staatliche. Das Statistische Bundesamt Deutschland fragt seit 2005 in seinem Mikrozensus (statistische Erhebung der in Deutschland lebenden Menschen) auch nach der Migrationsgeschichte einer Familie. Als Personen mit Migrationshintergrund definiert das Amt „alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten, sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem nach 1949 zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil“.
Aus dieser etwas komplizierten Definition folgt also, dass auch Menschen einen Migrationshintergrund haben, die selbst gar nicht emigriert sind, zum Beispiel die hier geborenen Kinder und Enkelkinder von den sogenannten Gastarbeitern aus der Türkei, aus Italien oder Spanien.
Die Anzahl von Menschen mit Migrationshintergrund ist in Deutschland ziemlich hoch: Es handelt sich um 16 Millionen Menschen und damit fast 20 Prozent der Gesamtbevölkerung. Nur jeder zweite von ihnen besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft und jede dritte Person mit Migrationshintergrund wurde in Deutschland geboren.
Die Städte mit den höchsten Anteilen von Menschen mit Migrationshintergrund liegen in Westdeutschland. Vorne sind Frankfurt am Main (42,7 Prozent), Stuttgart (38,6 Prozent) und Nürnberg (36,2 Prozent). In Berlin haben 23,9 Prozent der Menschen einen Migrationshintergrund. Die vordersten Städte in Ostdeutschland sind Leipzig (7,9 Prozent) und Dresden (7,5 Prozent).

(Stand: 4. Februar 2015)


 
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