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Was ist ein „richtiger“ Döner?

Döner Kebap ist türkisch und bedeutet übersetzt „sich drehendes Grillfleisch“. Dabei handelt es sich um gewürztes Hammel-, Rind- oder Hühnerfleisch, das an einem senkrechten Spieß übereinandergeschichtet langsam gegrillt wird. Mit einem großen Messer schneidet man dann dünne Stücke ab, die entweder auf einem Teller zusammen mit Reis und Salat serviert oder aber in ein Fladenbrot (türkisch: Pide) gefüllt oder gerollt (türkisch: Dürüm Döner) werden.
Fleisch, das an einem Spieß gegrillt wird, existiert schon seit langer Zeit als bekannte Speise in der Türkei. Weiter gibt es mit Schawarma und Gyros auch noch in arabischen Ländern und in Griechenland sehr ähnliche traditionelle Gerichte. Unter einem Döner versteht man heute jedoch im Allgemeinen die praktische Brottasche mit Fleisch und Salat to go.
Der Döner als schneller Imbiss auf die Hand ist ein Produkt made in Germany. Er wurde Anfang der 1970er Jahre von türkischen Gastarbeitern in Berlin erfunden – von wem genau ist umstritten. Meistens wird Kadir Nurman (gestorben 2013) als der Erfinder des Döners bezeichnet. Die ersten Dönerbuden entstanden am Kottbusser Tor in Kreuzberg – auch heute noch ein typischer Ort, um Döner zu essen – und am Bahnhof Zoo.
Der „deutsche“ Döner entspricht nicht dem „türkischen“. Hierzulande ist er mit diversen Salaten und Saucen viel aufwendiger. In der Türkei ist der Döner im Grunde ein ausländisches Essen, meist bekommt man hier nur Fleisch mit Ketschupsauce. Mittlerweise gibt es auch vegetarischen Döner, das ist dann ein Fladenbrot mit Salat, in das libanesischer Halloumi-Käse oder arabische Falafel-Bällchen gefüllt sind.
Döner ist heute neben Bratwurst mit Pommes oder Hamburger einer der meistgegessenen Imbisse in Deutschland. So gibt es auch eine richtige Döner-Industrie. Mehr als 250 Firmen stellen Dönerfleisch und Spieße her, das sind bis zu 600 Tonnen am Tag, die auch ins EU-Ausland verkauft werden. Manche Fleischereien versehen ihre Produkte mit dem Kennzeichen „halal/helal“ (arabisch/türkisch: erlaubt), d.h. das Tier wurde nach islamischer Art geschächtet und gilt damit als rein. Dieses Etikett findet man häufig an den Dönerbuden, es signalisiert den gläubigen Muslimen, dass sie das Fleisch hier essen dürfen. Im Jahr 2011 soll es nach Angabe des Vereins Türkischer Dönerhersteller in Europa (ATDiD) über 16.000 Dönerbuden gegeben haben, die gemeinsam einen Jahresumsatz von etwa 3,5 Milliarden Euro erzielten.

(Stand: 1. Juli 2015)


 
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