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Was sind die Rechte und Pflichten von Muslimen?

Der Islam kennt sechs Glaubensgrundsätze, die ein als Muslim geborener oder zum Islam konvertierter Mensch zu verinnerlichen hat: Der Glaube an Gott, seine Engel, den Koran, die Propheten, das Jüngste Gericht und das Schicksal. Weiter spricht man von den „fünf Säulen des Islams“: das Glaubensbekenntnis, das Gebet, die Almosen, das Fasten und die Pilgerfahrt.
Ein Muslim oder eine Muslima glaubt an den einen Gott und seinen Propheten Muhammad. Der Koran ist das heilige Buch der Muslime und gilt als direkte und unverfälschte Rede Gottes, zudem gibt es eine Sammlung der Taten und Aussprüche Muhammads (arabisch: Sunna). Aus Koran und Sunna lassen sich Ge- und Verbote ableiten. Die „fünf Säulen“ sind die wichtigsten der göttlichen Gesetze, an die sich ein jeder Gläubige halten muss. So soll er sich immer zu Gott und Muhammad bekennen, fünf Mal am Tag zu festen Zeiten beten, den Armen regelmäßig Geld spenden, im Monat Ramadan von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang weder essen noch trinken und mindestens einmal im Leben nach Mekka fahren. Wer all dies tut, zudem moralisch einwandfrei lebt und sich auch an alle weiteren Gesetze hält, wird nach dem Tod im Paradies belohnt. Wer jedoch eindeutig Verbotenes tut, also zum Beispiel viel Alkohol trinkt, Schweinefleisch isst, ein ausschweifendes Sexualleben führt oder sogar jemanden ermordet, wird in der Hölle bestraft werden.
Es gibt auch Verhaltensweisen, bei denen die Gelehrten nicht einig darüber sind, ob sie erlaubt, verboten oder neutral sind. An den strittigen Punkten werden liberale, konservative oder islamistische Meinungen deutlich. Sehr unterschiedlich beurteilt werden beispielsweise die Rechte und Pflichten muslimischer Frauen. Es wird über ihre Verschleierung, ihre Berufstätigkeit und ihre Präsenz im gesellschaftlichen und politischen Leben diskutiert.

(Stand: 1. Juli 2015)


 
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