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Was ist der Unterschied zwischen Koran und Bibel?

Judentum, Christentum und Islam werden auch als Buchreligionen bezeichnet, denn alle drei kennen heilige Schriften.

Das älteste Buch ist die hebräische Bibel der Juden. Sie umfasst die Tora (fünf Bücher Mose), die Propheten (hebräisch: Neviim) und die Schriften (hebräisch: Ketuvim). Juden bezeichnen ihre Bibel auch als Tanach. Er beschreibt die Geschichte des jüdischen Volkes, nennt viele Ge- und Verbote und enthält weise Sprüche, Gedichte und Lieder.

Der älteste Teil des Tanach entstand ca. 1200 v. Chr. Rund 1300 Jahre später wurden die letzten Teile hinzugefügt. Der Tanach ist vor allem in hebräischer, aber auch in aramäischer Sprache geschrieben.

Die Bibel des Christentums besteht aus dem Alten und dem Neuen Testament. Das Alte Testament entspricht in weiten Teilen der hebräischen Bibel, ergänzt um einige andere antike Texte. Das Neue Testament entstand nach dem Tode Jesu. Es besteht aus vier Teilen, nämlich den Evangelien, die von Jesu Leben, Sterben und Auferstehen berichten, der Apostelgeschichte, die über die Verbreitung des Christentums berichtet, Briefen an christliche Gemeinden sowie der Apokalypse bzw. Offenbarung des Johannes, einer Trost- und Hoffnungsschrift für verfolgte Christen. Das Neue Testament wurde in griechischer Schrift geschrieben und sehr bald ins Lateinische übersetzt.

Der Koran ist für Muslime die reine, unverfälschte, direkte Rede Gottes an die Menschen. Er entstand im 7. Jahrhundert n. Chr. in einem Zeitraum von 22 Jahren und soll Muhammad über den Engel Gabriel (arabisch: Dschibril) Stück für Stück offenbart worden sein. Muhammad hat den Koran bis zu seinem Tod den Menschen in Mekka und Medina vorgetragen. Dabei handelt es sich vor allem um Aussagen über sein Prophetentum, Lobpreisungen Gottes, Schilderungen von Paradies und Hölle, Rechtsvorschriften und gottesdienstliche Handlungen sowie politische Fragen.

Nach dem Tode Muhammads wurde der Koran weiter mündlich verbreitet, im Zuge der islamischen Eroberungen aber auch sehr bald in arabischer Sprache verschriftlicht. Heute zählt der Koran 114 sogenannte Suren, die sich wiederum in eine unterschiedliche Anzahl von Versen unterteilen.

Im Koran finden sich viele Geschichten aus der Bibel wieder, oft sind sie jedoch verkürzt oder haben einen anderen Ausgang. Nach islamischer Tradition sind Psalme (religiöse, poetische Texte aus der Bibel), Tora und Evangelium auch Gottes Wort, wobei aber die „echten“ Urversionen verlorengegangen und die heute vorliegenden Bücher ungenau seien.

(Stand: 8. November 2019)


 
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