Peers – Was ist das?

Ein wesentliches Element der Ausstellungskonzeption ist das begleitende Peer Education Programm:
Jugendliche begleiten als Peer Guides andere Jugendliche durch die Ausstellung, erkunden sie gemeinsam und leiten anhand von erlernten Methoden Diskussionen an. Die Peer Guides übernehmen eine verantwortungsvolle Rolle, an der sie wachsen und Erfahrungen sammeln können.

An jedem Ausstellungsort werden ca. 20 Jugendliche ab 16 Jahren in speziell konzipierten Trainingsseminaren zu Peer Guides ausgebildet.

Was ist Peer Education?
Unter Peers wird ein Zusammenschluss von Personen mit gleichem Status und gleichem Alter beschrieben, die sich gegenseitig beeinflussen. Demzufolge beschreibt Peer Education ein Lernen auf Augenhöhe. Sie macht sich den Umstand zunutze, dass es Jugendlichen oft leichter fällt, Inhalte von Gleichaltrigen aufzunehmen. Dieser Ansatz ist auch Bestandteil der Ausstellung „Was glaubst Du denn?! Muslime in Deutschland“. In den Orten, wo die Ausstellung gastiert werden Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren zu Peer Guides ausgebildet, die zweistündige Begleitungen für Schulklassen in der Ausstellung übernehmen.

Welche Aufgaben haben die Peer-Guides?
Hauptaufgabe der Peer Guides ist es den Ablauf einer Begleitung inhaltlich vorzubereiten und methodisch zu gestalten. Ihre Rolle ist dabei nicht vergleichbar mit einer führenden Fachkraft, sondern eher eines Lernbegleiters, der auf relevante Themen hinweist und Diskussionen anregt, die sich an der Lebenswelt der Jugendlichen orientieren. Auf ihre anspruchsvolle Rolle werden die Peer Guides in einem zweiteiligen Seminar vorbereitet.

Für die Arbeit mit Schulklassen stehen den Peer Guides drei Begleitkonzepte für verschiedenen Lernniveaus zur Verfügung; ein Konzept für eher jüngere Gruppen mit weniger Vorwissen (5.-7. Klassen), eines für Gruppen mit Basiswissen (8. Bis 10. Klassen), und ein drittes für ältere Gruppen mit gutem Vorwissen (11.-12. Klassen). Interaktion, Dialog und Eingehen auf die Bedürfnisse der Gruppe stehen bei jeder Begleitung im Vordergrund.

Wie sieht eine Begleitung aus?
Eine Begleitung dauert in der Regel zwei Zeitstunden und ist für Gruppen bis zu 30 Personen ausgelegt. Ab mehr als 15 Teilnehmenden wird die Gruppe geteilt und das Programm in zwei Kleingruppen absolviert. Jede Teilgruppe bekommt zeitversetzt dasselbe Programm. Nach etwa einer Stunde und einer kurze Pause, wird gewechselt.

Eine Begleitung gliedert sich in vier Phasen: Einer kurzen Einführung ins Thema, zwei Arbeitsphasen mit den Schwerpunkten Wissen/Geschichte und Identität sowie einer Auswertungsrunde. Die Inhalte erstrecken sich dabei von Basiswissen zum Islam über Geschichte und Diskriminierung bis hin zur Beschäftigung mit Biografien muslimischer Jugendlicher. Je nach Vorwissen der Gruppe setzen die Peer-Guides dabei unterschiedliche Schwerpunkte.

Welche Infos sind für Lehrkräfte wichtig?
Sie möchten die Ausstellung mit Ihrer Schulklasse besuchen? Bitte melden Sie sich hierfür über den Tourenkalemnder an. Für den Besuch der Ausstellung sind mind. zwei Zeitstunden erforderlich.

Die Rolle der Lehrkräfte während einer Begleitung ist die von Beobachtern. Inhaltlich und methodisch wird das Programm von der Begrüßung bis zur Verabschiedung komplett von den Peer Guides gestaltet. Es ist daher wichtig, dass die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler ohne separate Aufgaben zur Begleitung kommen. Die Lehrkräfte bitten wir den jugendlichen Guides eine Chance zu geben und nur bei groben Unrichtigkeiten einzuschreiten. Im Gegenzug freuen sich die Peer Guides am Ende der Begleitung über konstruktive Kritik und Feedback.

Zu den einzelnen Themen der Ausstellung gibt es Arbeitsmaterialien für Lehrerinnen und Lehrer mit besonderen Tipps für die Nachbereitung im Unterricht. Diese können hier heruntergeladen werden.


 

Schließen