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Was ist der wichtigste islamische Feiertag?

In den Familien und vor allem für Kinder ist das Fastenbrechenfest am Ende des Monats Ramadan (arabisch: ‘id al-fitr), das im Türkischen umgangssprachlich „Zuckerfest“ genannt wird, ein ganz besonders schönes. Man besucht Verwandte und Freunde, macht sich Geschenke und isst viele Süßigkeiten.
Der höchste islamische Feiertag ist jedoch das Opferfest (arabisch: ‘id al-adhha). Es wird zum Höhepunkt der Hadsch gefeiert, der Wallfahrt nach Mekka, die jährlich im Monat Dhu al-Hidscha stattfindet. Das Opferfest folgt auf den „Tag von Arafat“, an dem die Pilgerinnen und Pilger in der Ebene von Arafat vor Mekka einen Tag lang Bittgebete zu Gott sprechen. Am nächsten Morgen wird ein Tier geschlachtet, um an den Propheten Abraham (Ibrahim) zu erinnern, der nach biblischer und koranischer Überlieferung bereit war, seinen geliebten Sohn (Isma‘il im Koran, Isaak in der Bibel) Gott zu opfern. Im letzten Augenblick sandte Gott, nachdem er von Abrahams Gehorsam überzeugt war, einen Widder.
Die Geschichte von der Opferung Isma‘ils bzw. Isaaks ist für alle drei monotheistischen Religionen zentral. Im Koran wird Abraham als erster „Gottergebener“, auf Arabisch „Muslim“, bezeichnet. Heute führen Muslime das Tieropfer durch, um den bedingungslosen Gehorsam des „ersten Muslims“ nachzuahmen und Gottes Barmherzigkeit zu erfahren. Besonders in den Großstädten und in der westlichen Welt spenden Muslime jedoch lieber einen Geldbetrag an gemeinnützige Organisationen.

(Stand: 1. August 2013)


 
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